Hauptbedenken

Qualität statt Quantität – Südstadt statt Ballermann

Wir haben bereits eine lange Reihe von Veedelsevents, wie z.B. den „Längsten Desch“, diverse Stadtteilfeste an der Bonner,  Mainzer und Merowingerstrasse, Oktoberfest-Gelage am Südstadion und Karnevalsveranstaltungen mitten im Sommer und und und… Dann haben wir natürlich noch den regulären Straßen- und sonstigen Karneval. Reicht das nicht?

Nein, finden u.a. die Organisatoren von „Bunt im Block“. Sie planen ein Fest von Nachbarn für Nachbarn – leider aber ohne die Nachbarn. Diese werden erst spät über das neue Vorhaben informiert. Für das Großevent „Bunt im Block“ sollen 15 Straßen in der Südstadt gesperrt werden. Alles soll autofrei, nachbarschaftlich und unkommerziell sein. Bis zu 100.000 Besucher werden erwartet. Die ursprünglich geplante kölnweite Plakatierung sowie die überregionale Bewerbung des Festes im Internet verstärkt die Vermutung, dass es um etwas anderes geht.

Sehr deutlich wird, dass „Bunt im Block“ das Etablierungskonzept für Folgeveranstaltungen, sowohl in der Kölner Südstadt als auch in anderen Veedeln und „Quartieren“ sein soll. Mitveranstalter sind Gastronome der Südstadt, die professionell Events planen und 15 Foodtrucks für das geplante Fest kommerziell zur Verfügung stellen. Ein Schelm, der Böses denkt…

Vermarktung der Veedelskultur und wirtschaftliche Vereinnahmung des öffentlichen Raumes

Der neue Vorstoß, „Bunt im Block“, bringt die Belastung unseres Veedels und des öffentlichen Raumes an seine Grenzen.

Die gut funktionierende Nachbarschaft wird hier schon lange gelebt. Es treffen sich generationenübergreifend Jung und Alt zu gemeinsamen Aktionen: Boule spielen, Public Viewings beim Fußball, Grillen, Schach spielen und Vielem mehr. Hier helfen sich Nachbarn, z. B. beim Einkauf, und sind auch sonst füreinander da. Zudem finden über das ganze Jahr hinweg bereits eine Vielzahl von kommerziellen Veranstaltungen und Veedelsfesten statt.

„Bunt im Block“  will bereits Bestehendes, und zwar Nachbarschaft, vermarkten. Nachbarschaftliche Aktionen, die hier gewachsen sind und das ganze Jahr über geschehen, sollen jetzt an einem Tag unter ein Label gebracht und vermarktet werden. Wir wehren uns gegen die Vermarktung unserer Veedelskultur und die wirtschaftliche Vereinnahmung des öffentlichen Raumes „Südstadt“.

Wir denken,

öffentliche Räume im Veedel sind Räume, die allen gleichermaßen und gleichberechtigt zugänglich sind. Mit der Straße, dem Platz – oder wie es in der Antike hieß: der Agora – beginnt Öffentlichkeit und mit der Öffentlichkeit Gleichberechtigung, und das ist die Voraussetzung von Demokratie.